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für Studienanfänger

Vor dem Beginn des Studiums (bzw. nach der erfolgreichen Annahme von der Universität oder andere Hochschulen) ist es zu empfehlen, frühzeitig schon zu vorbereiten.

1. Schritt (Sozialamt)

Wer taub ist, an einer Hamburger Hochschule studieren möchte und Bedarf an Studienhilfen (Gebärdensprachdolmetscher, Mitschreibkräfte, studentische Tutoren und Fachliteratur) hat, kann für eine Kostenübernahme einen formlosen Antrag an das Sozialamt im zuständigen Bezirk des Wohnortes stellen. Unter der Adresse http://dibis.dufa.de/dibi0101.asp („Eingliederungshilfe“ eingeben) findet man heraus, welches Sozialamt zuständig ist.

Benötige Anlagen für den formlosen Antrag

Nach dem Eingang des Antrags

Wenn der Antrag beim Sozialamt eingegangen ist, wird der Antrag von einem zuständigen Sachbearbeiter geprüft. Es wird überprüft, ob das monatliche Einkommen (BAföG, Unterhalt vom Eltern, Kindergeld, Job) und die Vermögen, die Einkommensgrenze (ca. 700 €) und Obergrenze des Vermögens zur Gewährung von Studienhilfen nicht übersteigt. Wenn sie jedoch übersteigt, dann muss einen Teil der Studienhilfen aus eigener Tasche gezahlt werden. In den meisten Fällen übernimmt das Sozialamt die Kosten jedoch komplett.

Es wird auch geprüft, ob vorher eine Ausbildung absolviert wurde. Ist das Studium eine zweite Ausbildung, so gibt es eine Einzelfallüberprüfung. Normalerweise erhält man die Dolmetscherkostenübernahme nur, wenn das Studium die erste Ausbildung ist, oder das Studium mit der 1. Ausbildung zusammenhängt (z.B. Ausbildung zum Vermessungstechniker, Studium des Ingenieurs). Jedoch besteht die Möglichkeit trotz einer 2. Ausbildung weiter zu studieren.

Der Bescheid

Wann der Bescheid zu dem eingereichten Antrag ankommt, hängt von unterschiedlichen Sachbearbeitern und Bezirken ab. Deshalb ist es empfehlenswert, unmittelbar nach Erhalt der Zulassung den Antrag beim Sozialamt zu stellen.

Bei einer Bewilligung der Kostenübernahme überweist das Sozialamt in den meisten Fällen das monatliche Geld für Studienhilfen (außer Fachliteratur, das bekommt man bei der ersten Überweisung pauschal) auf Deinem Konto. Es wird empfohlen, ein gesondertes Konto einzurichten, damit das Geld vom Sozialamt mit dem eigenen Geld nicht vermischt wird. Es kann vorkommen, dass das Sozialamt die Kontoauszüge sehen will.
Es besteht auch die Möglichkeit, dass das Sozialamt die Kostenverwaltung selbst übernimmt.

Die Bezahlung der Rechnungen

Die Rechnungen der Dolmetscher, Mitschreibkräfte und studentische Tutoren müssen auf der Richtigkeit überprüft werden, bevor die Rechnungen per Überweisung bezahlt werden. Die Rechnungen sind entweder monatlich oder am Semesterende dem Sozialamt vorzulegen. Die Quittungen der Fachliteratur müssen auch vorgelegt werden.

Musterantrag zum Download

Musterantrag im doc-Format: Download

Links

Fachanweisung zu § 54. Abs. 1 Nr. 2 SGB XII in Verbindung mit § 13 Abs. 1 Nr. 5 der VO nach § 60 SGB XII
(Studienhilfe für behinderte Menschen an Hochschulen vom 01.01.2007 (Gz. SI 3103 / 112.42-4-12-3)
http://www.hamburg.de/fa-sgbxii-kap06-54/126230/studienhilfen.html

2. Schritt: (Leistungshilfe)

Die Suche nach Dolmetscher, Mitschreibkräfte und studentische Tutoren
Dolmetscher
Der Stundenplan für das neue Semester soll so schnell wie möglich zusammengebastelt werden, am besten direkt nach dem Ende des alten Semesters, je nach Verfügbarkeit der neuen Vorlesungsverzeichnisse. Dann sollte man sofort nach Dolmetscher für die Vorlesungen und Seminare suchen.

Mitschreibkräfte

Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass es am besten ist, dass ein hörender Kommilitone, der aber das selbe Seminar besucht, als Mitschreibkraft zu engagieren. Er kann auf seine Arbeit konzentrieren, wird als „Nicht-Seminarteilnehmer“ nicht abgelenkt. Mitschreibkräfte zu finden ist nicht einfach. Zum Beginn des Studiums werden oft Studenten, die im gleichen Seminar sitzen, als Mitschreibkräfte engagiert. Im Laufe des Studiums findet man durch vermehrte Kontakte mit anderen Kommilitonen sicher schon jemand, der als Außerstehende mitschreibt.

Tutoren

Ähnlich wie bei Mitschreibkräften ist es schwierig, jemanden als persönlicher Tutor zu finden. Sie können entweder über Kontakte zu Kommilitonen oder über Dozenten/Professoren gefunden werden. Auch kann der Behindertenbeauftragte Deiner Fach-/Hochschule Dich bei der Suche unterstützen.

Diese Leistungshilfe bezahlt alles vom Sozialamt.